Neues Projekt DI-OCDCPro: Nachwuchs für die Chipindustrie
Für Halbleiter-Technologie begeistern und den Nachwuchs fördern – das hat sich das neue von der GI geleitete Projekt DI-OCDCPro zum Ziel gesetzt. Gelingen soll das mit einem Studierendenwettbewerb samt Lehr- und Lernmaterialien sowie einer Open-Source-Toolchain.
Halbleiterchips sind wesentlich für unseren digitalen Alltag und unsere Kommunikation. Doch die EU hat gegenwärtig nur einen 10-prozentigen Weltmarktanteil und ist stark von der Design-Industrie in den USA sowie der Chip-Produktion in Taiwan und Südkorea abhängig. Mit dem Europäischen Chip-Gesetz soll sich das ändern – und Innovation, Industrie und Forschung gestärkt werden. Essentiell ist dabei die Nachwuchsförderung, denn nur mit den entsprechenden Expert*innen und Fachkräften kann nachhaltig eine europäische Souveränität im Bereich Halbleitertechnologie etabliert werden.
Mit dem neuen Projekt DI-OCDCPro soll der Nachwuchs im Bereich der Halbleitertechnologien gefördert und gestärkt werden. Um mehr junge Menschen für den Bereich zu begeistern, soll ein Studierendenwettbewerb „Open Chip Design Challenge Prototype“ (DI-OCDCPro) für den Bau von Halbleitern konzipiert, entwickelt und prototypisch als Testlauf durchgeführt werden. Zusätzlich werden Lehr-Lern-Konzepten für das Chipdesign entwickelt, die Studierende für den Bereich begeistern sollen. Die Zielgruppen des Wettbewerbs sind neben den Studierenden insbesondere die Lehrenden an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten aus den Bereichen Informatik, Mikroelektronik, Elektrotechnik und aus angrenzenden Disziplinen.
Open Source im Chipdesign
Insbesondere die softwarebasierte Entwicklung mit offenen Standards bietet herausragende Möglichkeiten, neue Zielgruppen aus der Informatik, den Open-Source-Communities und anderen Disziplinen für die Entwicklung von integrierten Schaltkreisen zu gewinnen. In dem Projekt soll daher eine offene Werkzeugkette (Toolchain) zur Chipentwicklung bereitgestellt werden sowie die Verwendung von Open-Source-Software und -Prototypen mit liberaler Lizenzierung gefördert werden.
Die GI leitet und koordiniert das Projekt DI-OCDCPro, an dem darüber hinaus die Hochschule RheinMain, die Hochschule München, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Bremen, das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik sowie die Ruhr-Universität Bochum beteiligt sind. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Kick-off auf dem INFORMATIK Festival
In der Projektlaufzeit soll außerdem eine starke Open-Source-Chipdesign-Community aufgebaut werden. Für ein Kick-off trafen sich die Projektpartner deshalb im Zuge des INFORMATIK Festivals am 24. September in Wiesbaden.
Mit dem Thema „Lock-in or log out? Wie digitale Souveränität gelingt” bot das INFORMATIK Festival den optimalen Rahmen für ein DI-OCDCPro-Treffen. Das Projekt präsentierte sich daher ebenfalls bei einem Panel im Hauptprogramm der Jahrestagung. Unter dem Titel „Open-Source-Chip-Design – Wie gelingt die Aufholjagd am Chip-Markt?“ diskutierten die Panelisten Stefan Wallentowitz, Hochschule München und René Scholz, Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik mit dem Publikum, wie mehr Fachkräfte für den Bereich gewonnen werden können. Auch die Potentiale von Open Source für den Fachkräftegewinn sowie den Wettbewerb wurden erörtert.
Mehr Informationen zum Projekt DI-OCDCPro gibt es hier: https://ocdcpro.de/

