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Meldung

MINT-Report unterstreicht erneut Relevanz von Informatik-Bildung

Der Fachkräfte-Mangel in den MINT-Bereichen bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. Um dem entgegenzuwirken, gibt es besonders in der Informatik-Bildung Nachholbedarf.

Auch wenn die MINT-Lücke in den letzten drei Monaten leicht zurückgegangen ist, bleibt sie im Jahr 2023 auf einem extrem hohen Niveau – rund 496.500 Stellen bleiben im April 2023 unbesetzt. Das zeigt der aktuelle MINT-Frühjahrsreport 2023.

Eine besonders besorgniserregende Bilanz zieht der Report im Hinblick auf die Informatik-Bildung in Deutschland. Rückläufig ist nicht nur die Zahl derjenigen, die ein MINT-Studium beginnen, sondern auch die der Absolvent*innen. Während im Studienjahr 2016 noch rund 198.000 Studierende ein MINT-Fach belegten, waren es 2021 nur noch 172.000 Studienanfänger*innen. In den kommenden Jahren wird damit der Anteil der MINT-Absolvent*innen weiter sinken. Doch bereits in der schulischen Bildung identifiziert der MINT-Report Hemmnisse und kritisiert die ungleiche Verteilung von Bildungschancen. Zudem sinken die Mathematik-Kompetenzen der Schüler*innen. Ein Fakt, der zusätzlich darauf einzahlen wird, dass weniger junge Menschen sich für ein MINT-Studium entscheiden werden.

Daniel Krupka, Geschäftsführer der Gesellschaft für Informatik e. V.: „Der MINT-Report macht einmal mehr deutlich: Dass es in deutschen Schulen immer noch keinen verpflichtenden Informatikunterricht gibt, zeigt sich nicht nur an den Universitäten, sondern hat auch für den Arbeitsmarkt drastische Folgen. Hier muss dringend nachjustiert werden, um Deutschland als Forschungs- und Wirtschaftsstandort zu stärken.“

Sinkende Studienzahlen und Versäumnisse in der Informatik-Bildung treffen auf einen zunehmenden Bedarf an MINT-Kräften.

Die zunehmende Digitalisierung und die demografischen Veränderungen werden die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Dabei sind gerade jetzt gesellschaftliche und industrielle Transformation nötig, insbesondere im Hinblick auf die Verschärfung der Klimakrise und den Bedarf an klimafreundlicheren Technologien und Produkten.

Als Handlungsempfehlung gibt der MINT-Report die Verbesserung der Chancen im Bildungsystem sowie das Voranbringen der Digitalisierung in den Bildungseinrichtungen an und zeigt: Besonders in der Informatik-Bildung gibt es Nachholbedarf. Das Fach Informatik sollte breits in der Primarstufe verpflichtend sein und die entsprechende Ausbildung von Fachkräften vorangetrieben werden. Wie es um den Informatikunterricht tatsächlich steht, zeigt der Informatik-Monitor der Gesellschaft für Informatik, aufgeschlüsselt nach Bundesländern.

Der MINT-Frühjahrsreport, heraugegeben vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., misst den Fachkräftemangel in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und gibt entsprechende Handlungsempfehlung.

Ein Mädchen mit Kopfhörern sitzt, das Kinn auf die Hände gestützt, vor einem aufgeklappten Laptop.
Der MINT-Report zeigt erneut, dass Versäumnisse in der Informatik-Bildung den Fachkräfte-Mangel verschärfen. © Thomascpark / Unsplash